Harald Fischer Verlag / Warum man Lassie nicht quälen darf

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Sind Tiere nichts weiter als »Ressourcen« für menschliche Zwecke, die als »Stellvertreter« im Versuch eingesetzt werden dürfen? Oder kommt ihnen eine eigene moralische Schutzwürdigkeit zu? Eine hochinteressante Untersuchung des Verhältnisses zwischen Mensch und Tier. Kartoniert, 294 Seiten
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Für Johann S. Ach steht außer Frage, dass gängige Praktiken der Tiernutzung wie die in der Landwirtschaft oder dem Sport ethisch nicht gerechtfertigt sind. Er beschäftigt sich in seiner Dissertation unter dem Titel »Tierversuche und moralischer Individualismus« deshalb mit einer anspruchsvolleren Thematik. Er setzt (als Arbeitshypothese) voraus, dass zumindest bestimmte Tierversuche dem Menschen reale Vorteile bieten. Unter dieser Voraussetzung stehen vitale Interessen der Menschen (die Behandlung und Vermeidung von Krankheiten) vitalen Interessen der Tiere (nämlich dem am Leben und der Vermeidung von Leiden) gegenüber. Dies ist die Basis für eine hochinteressante Untersuchung der ethischen Fragen des Verhältnisses zwischen Mensch und Tier.

Kartoniert, 294 Seiten
Erschienen 1999
Verlag: Harald Fischer Verlag
Sprache: Deutsch

Über den Autor
Johann S. Ach, Dr. phil., ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Philosophischen Seminar der Universität Münster. Zu seinen Hauptarbeitsgebieten gehören Bioethik, Medizin- und Pflegeethik.

Das sagt die Kritik
Thorsten Ullrich schreibt auf animal-rights.de: »Der Titel lässt es nicht unbedingt vermuten. Hinter »Warum man Lassie nicht quälen darf« steckt kein Buch für Kinder über den richtigen Umgang mit Haustieren, sondern eine übersichtliche, höchst plausible und spannende Untersuchung über die moralische Zulässigkeit von Tierversuchen. ... Prädikat: besonders wertvoll. Die Luft für die Speziesisten wird (zumindest in der Philosophie) zusehends dünner. Achs Arbeit unterstreicht auf beeindruckende Weise, auf welch starken Philosophischen und logischen Stützen die Tierrechtsbewegung steht.«

Beschreibungstext des Verlages
Tierversuche werden in den unterschiedlichsten Zusammenhängen durchgeführt. Biomedizinische Grundlagenforschung, medizinische Diagnose und Therapie, Pharmakologie und Kriegswissenschaftliche Forschung halten sie weitgehend für unverzichtbar. Und dies, obwohl Tierversuche das seit Jahren am heftigsten diskutierte Tierschutz-Thema sind. Tatsächlich stehen bei Tierversuchen - anders als in anderen fällen der Tiernutzung wie zum Beispiel dem Fleischessen, der Jagd oder der Ausstellung von Tieren in Zoos - vitale tierische und menschliche Interessen einander gegenüber. Das macht die Frage von Tierversuchen gewissermaßen zum Testfall für die menschliche Fähigkeit zur Unparteilichkeit: kann die Zugehörigkeit zur biologischen Gattung relevant dafür sein, ob einem Lebewesen ein moralischer Status zukommt oder nicht? Sollten wir zu der Auffassung gelangen, dass gleiche Interessen von Individuen unabhängig von ihrer Gattungszugehörigkeit gleich zu berücksichtigen sind, so kann dies zu Konsequenzen führen, die unseren moralischen Intuitionen radikal entgegenstehen. Eine drastische Veränderung unseres Alltagsverhaltens wäre danach ebenso unverzichtbar wie eine grundlegende Revision der moralischen Problematik von Tierversuchen. Die ethische Diskussion, so die Behauptung des Autors, muss sich von den Fragen lösen, die bislang im Vordergrund der Tierschutzdebatte standen. Die Frage der Berechtigung von Tierversuchen kann nicht primär an Aspekten wie der Nützlichkeit, der Möglicherweise verrohenden Wirkung von Tierversuchen auf den Menschen oder der Aufstellung von Kriterien für eine möglichst artgerechte Tierhaltung entschieden werden. Vor dem Hintergrund der Forderung einer gleichen Interessensberücksichtigung muss die zentrale Frage vielmehr lauten, »ob wir überhaupt und unter welchen umständen Tiere als lebende >Ressourcen< für menschliche Zwecke bereithalten, quälen und schließlich töten dürfen«. Im vorliegenden Buch zeigt Johann S. Ach, dass es »dieselben Gründe sind, die es verbieten, Tiere wie Menschen zu quälen bzw. zu töten«.

Zur Reihe
Dies ist der zweite Band der Reihe »Tierrechte - Menschenpflichten«, mit der sich der Harald Fischer Verlag große Verdienste um die Beschäftigung mit dem Thema Tierrechte erworben hat.
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